Aktuelles zu verschiedenen Themen


Mai 2021: Dank aus Lubny

Die Leitung des Waisenhauses "Hoffnung" in Lubny und die Kinder haben der Vorsitzenden eine große Überraschung bereitet. Im Büro wurde ein Paket mit vorerst unbekanntem Absender zugestellt. Nach dem Öffnen war das Staunen groß. Es enthielt viele schöne, von den Kindern selbst gebastelte Geschenke. Besonders schön sind die aus Papier gefertigten Blumensträuße. Die ganz persönlich bemalten Kaffeetassen und die bunten Dankschreiben finden einen Ehrenplatz in unserem Büro. Auch für Herrn Schmitt-Thiel und für die Itzel-Stiftung, die einen sehr großen Beitrag zur Unterstützung des Waisenhauses geleistet haben, waren die gleichen Geschenke dabei.

Bemalte Tasse - Rückseite ”Name des Empfängers„
Rückseite

Die Geschenke zeigen, dass es im Heim sehr talentierte Kinder gibt und vor allem auch, dass die Kinder in alle Richtungen gefördert werden: ein Engagement, das die Vielseitigkeit und Phantasie bei der Betreuung der Kinder durch die Heimleitung zeigt!

April 2021: Projekt "Waisenhaus Vorzel" beendet

Nach mehr als acht Jahren haben wir das Projekt "Waisenhaus Vorzel" beendet. Seit Oktober 2013 konnten wir dank Unterstützung und Förderung von Sternstunden e.V. für die Kinder monatlich für 1000 € Milchprodukte finanzieren. Es war eine wichtige und großartige Hilfe, die täglich zusätzlichen Milchprodukte über diesen langen Zeitraum waren für die Gesundheit der Kinder wichtig und zeigten gute Erfolge bei der Entwicklung.
Nun ist die Förderung von Sternstunden ausgelaufen, das Projekt wird abgeschlossen.
Wir danken Sternstunden e.V., auch im Namen der Leiterin des Waisenhauses, Tatjana Lymar, von Herzen für diese jahrelange und großartige Hilfe.

Die Berichte zum Waisenhaus Vorzel finden Sie nun unter der Rubrik ARCHIV-Beendete Projekte


April 2021: Herausragendes Engagement zum Weltgesundheitstag"

Die Leitung des Waisenhauses Lubny, das Ehepaar Lydia und Watschelav Belov führt das Heim seit seiner Gründung 2007. Unserem Verein insofern gut bekannt, weil wir seit der Gründung das Heim und die Kinder auf vielfältige Weise unterstützen.
In der Zwischenzeit hat sich die Einrichtung zu einem sehr aktiven sozialen Mittelpunkt im Bezirk Poltawa entwickelt. Das Ehepaar hat viele gute Ideen, um die Kinder an ein selbständiges Leben heranzuführen und besucht mit ihnen immer wieder berufsbildende und öffentliche Einrichtungen. Neuerdings ist die Studentin Anastasia Rudyk im Rahmen ihres Studiums auf das Heim aufmerksam geworden und hat es für ein Praktikum zum Weltgesundheitstag ausgewählt. Die Leitung des Heimes war von ihrer Arbeit sehr angetan, wie der nachfolgende Bericht zeigt:

Eine interessante und informative Veranstaltung zum Weltgesundheitstag vorbereitet und durchgeführt für die Schüler des Lubensky Kinder-Sozial-und Rehabilitationszentrums "Hoffnung" von der Studentin der Nationaluniversität "Ostrog Academy". Sie untersucht, welche Faktoren die Gesundheit der Menschen beeinflussen. Können diese Faktoren kontrolliert werden? Was soll man essen und wie verhält man sich, um das Risiko zu erkranken, zu verringern? Durch die Kombination von Elementen aus Gesprächen, Diskussionen und kreativen Aufgaben, sowohl mit Multimedia als auch mit den üblichwn Utensilien wie Kleber, Scheren, Stiften konnte Anastasia ihr Publikum interessieren. Sie ist eine angehende Politikwissenschaftlerin und fürsorgliche Person, sie interessiert sich für die Aktivitäten gemeinnütziger und sozialer Organisationen und sucht nach dem Nutzen für Gesellschaft. Die Leitung des Waisenhauses bedankt sich bei Nastya und wünscht ihr viel Erfolg beim Studium und, dass sie ihre Träume verwirklichen kann.

Als Ergänzung empfiehlt es sich, auch den interessanten Bericht von Frau Rudyk zu lesen. Sie finden ihn hier als PDF-Anlage (Online-Übersetzung).

24.03.2021: Newsletter 14

Die COVID-19-Pandemie hat auch die Arbeit im Verein geprägt. Wenn auch die Projekte weitergeführt werden konnten, so haben sich doch einige neue Schwerpunkte in Kiew ergeben, die das Aufgabenfeld erweitert haben.
Auf Grund der Abstandsbeschränkungen konnte heuer noch keine Mitgliederversammlung abgehalten werden. Sollten es zukünftige Entwicklungen noch zulassen, wird rechtzeitig dazu eingeladen.

Den Newsletter 14 (2021) finden Sie in DOWNLOADS-Informationen, Sie können ihn aber auch hier öffnen.

15.03.2021: Hilfsmittel für Corona-Erkrankte

Nachdem Kinder und auch Pflegepersonal der Sozialstation an Corona erkrankt sind, und Hilfe in Kliniken wegen Überbelegung nicht möglich war, konnten aus Fördermitteln von Sternstunden e.V. für das Sozialzentrum zwei Sauerstoffkonzentratoren beschafft werden. Für die Betroffenen waren diese mobilen Geräte eine wichtige Soforthilfe und eine spürbare Erleichterung.
Die Behandlung brachte auch den gewünschten Erfolg. Inwieweit diese Kinder und das Personal als ausgeheilt bezeichnet werden können, ist auf Grund der fehlenden medizinischen Behandlung nicht zu beurteilen. Entscheidend war, dass trotz der bereits vorliegenden Atemnot die Kinder und auch das Personal wieder dem gewohnten Alltag nachgehen können.

Ansicht des Gerätes von der Seite

24.12.2020: Weihnachtsbescherung einmal anders

Eine schöne und fantasievolle Idee, auch in Corona-Zeiten Kinder im Krankenhaus Nr.1 zu erfreuen.
Wie jedes Jahr haben wir auch dieses Jahr die stationär aufgenommenen Kinder mit einem kleinen Geschenk erfreut. Den diesjährigen Umständen gerecht, sieht "Väterchen Frost" diesmal anders aus und manches Kind schaut noch etwas skeptisch und traut dem Frieden nicht so ganz. Trotzdem haben sich alle darüber gefreut, es war eine schöne Unterbrechung im Krankenhausalltag und das "Häuschen" wird ganz sicher nicht lange gefüllt bleiben.
Zu den Fotoserien "Weihnachtsbescherung einmal anders" und Bescherung der bettlägrigen Kinder

Dezember 2020: IN EIGENER SACHE

Zum Jahresende

Ein ganz besonderes Jahr geht zu Ende. Ein Jahr, das für viele Menschen Sorgen und auch Leid brachte. Aber es ist auch ein Jahr, in dem viel Gutes entstanden ist. Dabei denke ich an die großartige Spendenbereitschaft unserer Paten, Mitgliedern und treuen Freunde, die uns auch im Lauf dieses Jahres trotz der oft unsicheren finanziellen Situation in unserem Land wieder unterstützt haben.

Ich denke an die Familien und die vielen Kinder, denen es das ganze Jahr über, aber besonders seit der Pandemie oft am Nötigsten fehlt und denen durch Ihre Spenden geholfen werden konnte. Ich denke an die alten Menschen, die wegen der Quarantäne die Wohnungen nicht verlassen konnten und ohne jegliche Versorgung waren. Der Samariter-Bund Kiew konnte mit unseren Spenden bisher 5.000 Nothilfe-Lebensmittelpakete an alte Menschen und kinderreiche Familien verteilen. Zudem konnten wir aus Spenden Hygiene- und Desinfektionsmittel finanzieren. Einen großen Beitrag dazu hat "Sternstunden e.V." geleistet, wofür wir an dieser Stelle von Herzen danken. Wir haben aber auch alle übrigen Projekte weiterführen können, Dank an alle Paten für ihre Treue und ihr Engagement. Dank der Itzel-Stiftung können wir das Projekt "Ambulante palliative Pflege für Kinder" für ein weiteres Jahr finanzieren, ein Projekt, das mir besonders am Herzen liegt und einzigartig ist. Vielen Dank!

Ein großes Projekt ist die Erweiterung der "Sozialstation für behinderte Kinder", die Station braucht dringend Platz. Auch das konnten wir mit Hilfe von Sternstunden e.V. und der Itzel-Stiftung auf den Weg bringen.
All das konnten und können wir nur dank der umsichtigen, klugen und immer an der Realität orientierten Arbeit des Samariter-Bundes Kiew und deren Geschäftsführung leisten. An dieser Stelle mein herzlicher Dank an das gesamte Team, das sich dieser schwierigen Aufgabe stellt.

Liebe Paten, Mitglieder und Spender, ich wünsche Ihnen, auch im Namen unserer Vorstandschaft, ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes und vor allem gesundes Jahr 2021. Wünschen wir uns allen, das es wieder ruhigere und entspanntere Zeiten werden und wir uns und unsere Familien wieder ohne Angst treffen und die so wichtigen persönlichen Kontakte pflegen können.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund!


Elisabeth Hölzl
1. Vorsitzende

13. Dez. 2020: Sternstunden-Kalender 2020

Nach der großen Sternstundengala kann man sich über einzelne Projekte im Sternstunden-Adventskalender informieren. So auch über unsere Projekte, die von Sternstunden e.V. tatkräftig gefördert wurden und immer noch werden. Im

Sternstunden-Kalender Türchen 12

findet man den Filmbeitrag und eine kurze Beschreibung mit beeindruckenden Fotos.

07.12.2020: IN EIGENER SACHE

11. Dez. 2020: Sternstundentag

Emblem von Sternstunden anläßlich 25-jährigem Bestehen Wie allen bekannt ist, werden unsere Projekte mit Kindern von Sternstunden e.V. tatkräftig gefördert.

 Kabarettistin Christine Eixenberger
(Foto Gregor Wiebe)

Die Sternstundengala 2020 wird am 11. Dezember um 20:15 Uhr im Bayerischen Fernsehen (BR) ausgestrahlt.

Parallel dazu werden zu den einzelnen Projekten in den Nachtstunden Kurzfilme gezeigt. Der Beitrag über "Brücke nach Kiew e.V" wird am 12.12.2020 um 02:40 Uhr im BR gesendet. Die Projektpatenschaft hat die allseitsbekannte Kabarettistin Christine Eixenberger übernommen.
Wir bedanken uns sehr herzlich bei Sternstunden e.V. für die Aufmerksamkeit, die uns dadurch zuteil wird, und auch sehr gerne bei unserer Projektpatin.

04.12.2020: Öffentliches Dankschreiben des Kiewer Samariter-Bundes

Auf der Facebookseite des "Samariter-Bundes Kiew" bedankt sich unser Partnerverein für die Hilfe, die er durch "Brücke nach Kiew e.V." und "Sternstunden e.V." zur Linderung der durch die Corona-Pandemie verursachten Not erhalten hat. Weil der Text in ukrainisch geschrieben ist, haben wir um eine Übersetzung und um das begleitende Bildmaterial (wurde uns schon vorzeitig zur Verfügung gestellt) gebeten.

Übersetzung:

Emblem Brücke e.V. von Stadtwappen München und Kiew eingerahmt
Auf Initiative der ersten Vorsitzenden des Vereins "Brücke nach Kiew e.V.", Frau Elisabeth Hölzl, und gefördert durch Sternstunden e.V. (eine Benefizaktion des Bayrischen Rundfunks) haben die Kiewer Samariter 1000 Lebensmittelpakete beschafft und in Kooperation mit dem Sozialdepartement der Stadt Kiew und dem Amt für Genderangelegenheiten an einkommensschwache kinderreiche Familien, unvollständige Familien und Familien mit behinderten Kindern verteilt.
Aufgrund der prekären finanziellen Lage während der Pandemie erleiden viele Familien in Kiew, die ihr Einkommen wegen der Covid-19-Einschränkungen verloren haben, Mangel an die für den Lebensunterhalt notwendigsten Lebensmittel.

WIR DANKEN GANZ HERZLICH!

20.11.2020: Brücke nach Kiew hilft erneut!

- auch Sternstunden e.V. hilft -

Schon zum dritten Mal reagiert "Brücke nach Kiew" mit Unterstützung von "Sternstunden e.V." auf ein Hilfeersuchen der Stadt Kiew (Übersetzung des Originalschreibens) für Familien während der COVID-19-Pandemie. Diesmal kam die Bitte vom Departement für Sozialpolitik. Es handelt sich im Schreiben um Hilfe für 534 Familien mit insgesamt 636 Kindern. Die Eltern sind behindert oder krank und können sich und ihre Kinder in dieser schwierigen Zeit nicht versorgen.

Wir helfen wieder mit Lebensmittelpaketen, Mund-Nasen-Schutzmasken und Hygienemitteln.

08.10.2020: Aktuelle Situation auf der Station "Verlassene Kinder"

Die Station, die wir seit 2011 mit Kindernahrung und Windeln unterstützen, ist zwar noch immer voll belegt, allerdings nicht mehr ausschließlich mit ausgesetzten Kindern. Es werden jetzt vermehrt Kinder aus dem Waisenhaus Vorzel aufgenommen, die wegen dringender ärztlicher Behandlung ins Krankenhaus müssen und für die auf den Stationen aktuell kein Platz ist. Die Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhaus und dem Waisenhaus ist eng und funktioniert sehr gut.
Allerdings gibt es auch immer wieder Babys, die auf den Geburtsstationen zurückgelassen werden, weil ihre Mütter sich nicht in der Lage sehen, sie zu ernähren und zu versorgen. Insbesondere sind es frühgeborene Babys, die auf der Neonatologie-Abteilung versorgt werden. Für die Mütter ist es oft mit großer Angst verbunden, diese Babys mit nachhause zu nehmen, sie haben Angst vor der Verantwortung und sind auch in Sorge, nicht die richtige Nahrung und Betreuung finanzieren zu können. Arzt- und Hebammenbesuche sind nicht bezahlbar, so lassen sie die Kinder, sicher oft schweren Herzens und in der sicheren Annahme, dass es ihnen dort besser geht, im Krankenhaus zurück.
Ich habe vom Leiter der Kinderklinik über den Samariter-Bund Kiew ein Bittgesuch erhalten, in dem er um Hilfe bei der Finanzierung von Pampers für Frühgeborene bittet. Diese sind, weil sie nicht unter die normalen Hygienemittel fallen, schwer zu bekommen und daher auch dementsprechend teuer. Als Akuthilfe werden 920 Windeln benötigt, die wir aus Patenschaften finanzieren können.

24.September 2020: Arbeit des Pflegedienstes bei Palliativkindern in Kiew

Die Arbeit des Pflegedienstes hat sich durch die Covid-19-Pandemie auch in Kiew erschwert. Die Restriktionen treffen vor allem die Allein-Erziehenden und Behinderten drastisch. Um die Umstände festzuhalten hat ein Kameramann ein Pflegeteam begleitet und die Arbeit bei der Pflege eines Jugendlichen dokumentiert. Der Junge Daniil hat die 11. Klasse noch besucht, hat aber bereits nach den Winterferien 2019 an Kopfschmerzen, Übelkeit und Ohnmachtsanfällen gelitten.
Er lebte von Geburt an bei seiner Großmutter, die ihn alleine großzog. Durch die Erkrankung und ihr eigenes hohe Alter ist sie nicht mehr in der Lage, den Pflegeaufwand zu leisten und wird durch unseren Partner gepflegt und auch mit Medikamenten versorgt.

Wie schwierig und aufwändig die Pflege dieses Jungen ist, dokumentiert dieser Film "Arbeit des Pflegedienstes bei Palliativkindern in Kiew". Dabei ist zu berücksichtigen, dass unser Partner derzeit an die 80 solcher Kinder betreut. Der Einsatz dieser Pfleger ist zwingend erforderlich, aber ebenso ist ihr unermüdliches Engagement bewundernswert.

Juli 2020: Das Waisenhaus Lubny (Poltawa) - ein Rückblick

Nach 13 Jahren Hilfe und Einsatz für diese großartige Einrichtung finden wir es an der Zeit, wieder einmal daran zu erinnern, wie trotz aller Schwierigkeiten mit großem Einsatz und Engagement ein Heim für Kinder entstanden ist, das herausragendes leistet und für Kinder mit traumatischen Lebensgeschichten ein neues Zuhause bedeutet. Das Heim wird seit der Zusammenarbeit mit "Brücke nach Kiew" von Lidija und Wjatscheslaw Below geleitet. Ein Bericht (Stand 2012) aus Lubny:



Wer ist Lidija?

26 Jahre lang war Lidija als Erzieherin und Psychologin bei einem Kindergarten in der Stadt Chorol tätig. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bot ihr ein Pfarrer an, ein Kinderheim für Waisenkinder und Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen zu organisieren, weil es zu der Zeit sehr viele solcher Kinder gab. Sie willigte ein und zog nach Lubny um.
Das Gebäude wurde 1936 gebaut - dort war ein Kindergarten, der bereits seit 3 Jahren geschlossen war. Die Gläubigen und Enthusiasten begannen mit einer Renovierung im Gebäude...

Zu der Zeit hatten Lidija und Wjatscheslaw weder Finanzmittel noch eigene Autos noch andere notwendige Sachen. Ihnen schlossen sich einige Freiwillige an. Eines Tages hat ein Geschäftsmann Lidija und Wjatscheslaw einen Sack Hirse geschenkt. Das war ein großes Geschenk, weil in dem Moment sie überhaupt keine Lebensmittel hatten. Lydia, Wjatscheslaw und Partner haben damals ein feierliches Mittagessen zubereitet: eine Hirsesuppe, eine Hirsegrütze und Hirsepfannkuchen.

Als der Chef der lokalen Eisenbahnpolizei über diese Initiative erfahren hat, wandte er sich an uns mit der Bitte, die Kinder aufzunehmen, die aus ihren Familien wegen einer unerträglichen Familiensituation oder vor Hunger flüchteten und oft in Zügen aufgefunden wurden. Die Kinder wurden in einem Gebäudeflügel, der zu dem Moment gebaut wurde, untergebracht.

Die Lebensmittel brachte man teils von zu Hause, teils bat man Lebensmittelläden und die Brotfabrik mit Lebensmittel zu helfen.

Wer ist Wjatscheslaw Below?

27 Jahre lang war er Armeeangehöriger, er war Panzergrenadier. Danach war er Geschäftsmann.
Er war Chef des Departements bei einem ukrainischen Sozialprogramm in Kiew. Die Führung äußerte sich zufrieden über ihn. Aber die Arbeit war zu langweilig und mit viel Papierkram verbunden, und er wollte reale Ergebnisse seiner Arbeit sehen.

Wie hat er von den Kiewer Samariter erfahren?

Die Mutter von Wjatscheslaw war krank, und ukrainische Ärzte gaben eine unerfreuliche Prognose. Eine Bekannte von ihm hat gesagt, es gäbe eine Organisation, die seiner Mutter unentgeltlich helfen könnte. Ohne viel Hoffnung auf eine Hilfe zu bekommen, rief er trotzdem beim Kiewer Samariterbund an. Er war beeindruckt von einem hohen professionellen Niveau der Mitarbeiter, von der technischen Ausrüstung der Organisation und vor allem von der Bereitschaft, allen Hilfsbedürftigen unentgeltlich zu helfen. Es war kaum zu glauben, aber seiner Mutter ging es mit der Zeit besser. Er wurde Mitglied dieser Organisation.

Einige Jahre vor seiner Bekanntmachung mit dem Samariterbund arbeitete Wjatscheslaw in Charkiw. Eines Tages war er mit seinem Auto dienstlich unterwegs. Da hielt ihn eine Frau an und bat ihn bis zur Stadt Lubny zu bringen. Er nahm sie mit, bereute er aber, weil es laut einer "Seemannsregel" für ihn als Berufsfahrer galt, keine Frauen an Bord zu nehmen. Da die Autobahn rund um Lubny führte, musste er einen Umweg machen. Die Frau erzählte ihm, sie sei Chefin eines nichtstaatlichen Kinderheimes, das aufgebaut werde. Wjatscheslaw war von dem Mut dieser Frau beeindruckt, die ohne jegliche Finanzierung, ohne ein Team oder Partner ihren Traum erfüllen konnte. Dieser Traum ist auch seiner geworden. Sie heirateten im November 2006, und im Juni 2007 wurde der Samariterverband von Poltawa registriert, der dem Vorbild der Kiewer Samariter folgte. Wjatscheslaw ist dann nach Lubny umgezogen.

Die ersten Kinder - Geschichte von Polina und ihres Bruders

Im März 2007 wurden 2 Kinder, Polina und Iwan bzw. 3 und 7 Jahre alt, vom Jugendamt aus einer benachbarten Region gebracht. Sie wurden in einem Schweinestall, wo ihre Eltern arbeiteten, krank aufgefunden. Die Eltern hatten weder einen ständigen Wohnsitz noch einen Pass. Die Kinder wurden zunächst ins Krankenhaus gebracht, und nach einem Therapiekurs kamen sie in unser Kinderheim. Es sind schon 5 Jahre her, die Eltern werden immer noch gesucht- mal tauchen sie auf, mal verschwinden sie wieder. Hoffentlich werden bald alle notwendigen Papiere ausgefertigt und die Kinder adoptiert werden.

So fanden wir "Brücke nach Kiew e.V."

Beim Kiewer Samariterverband haben wir gesehen, dass die ganzen Familien Lebensmittelpakete bekommen. Frau Swetlana Lewkowska erzählte uns über das Projekt "Familie hilft Familie" und vom "Brücke nach Kiew", und Im Herbst haben wir Frau Elisabeth Hölzl kennengelernt. Kurz danach haben wir erste Lebensmittelpakete bekommen, die wir unter den Familien aus abgelegenen Orten des Poltawa Gebietes verteilt haben. Eines der Lebensmittelpakete war für einen Jungen bestimmt, der mit seiner Familie in einem Einzelgehöft 6 km weit von einem Dorf lebt. Als wir zu ihnen kamen und sagten, wir hätten ein Lebensmittelpaket von deutschen Freunden, waren sie zunächst etwas misstrauisch und sagten, sie hätten keine Freunde in Deutschland. Wir haben ihnen über das Projekt "Brücke nach Kiew" erzählt. Als sie in dieses Paket reingeschaut haben, waren sie für einen Augenblick sprachlos vor Freude. Wie es sich herausstellte, gab es bei ihnen nichts außer Kartoffeln zu essen, nicht einmal Brot.
Damals haben wir uns überzeugt, dass es immer sehr viele Gründe gibt, sich glücklich zu fühlen, und das größte Glück ist es- etwas Gutes für Hilfsbedürftige zu tun!

Es fehlte anfangs vieles für ein normales Funktionieren des Kinderheimes. Das größte Problem war, dass es keinen Quarantäneraum gab. Der Tag der offiziellen Einweihung wurde immer wieder verschoben, und wir hatten nicht genug Mittel für die Renovierung der Räumlichkeiten und die Reparatur der Ausstattung.
Wir wandten uns mit diesem Problem an Swetlana Lewkowska und einige Tage später teilte sie uns mit, diese Frage werde durch die Wohltätigkeitsorganisation aus München "Brücke nach Kiew" erörtert. Für die bereitgestellten Kosten wurde ein Quarantäneraum gebaut und mit guten Möbeln, einer Duschkabine und WC ausgestattet. Die Führung des regionalen Sanitärdienstes organisierte zahlreiche Besuche zu uns und stellte den Isolierraum als Vorbild hin. Bis jetzt hängt dort an der Wand ein Diplom der Organisation "Brücke nach Kiew".
Später wurde auch ein Lernzimmer, eine Mensa, ein Behandlungsraum mit Möbel ausgestattet, die Finanzierung erfolgte auch von Spendern von "Brücke nach Kiew". Außerdem haben wir Computer und viel anderes geschenkt bekommen.

Durch das Programm "Partnerschaft für die Rettung der Kinder" werden 21 Personen, die zu Hause wohnen, betreut. An 67 Kinder wird humanitäre Betreuung geleistet. Insgesamt sind es 106 Kinder.

Was geschieht mit Kindern, nachdem sie das Jugendalter erreichen?

Wir helfen ihnen bei der Vorbereitung auf Aufnahmeprüfungen bei Fach- oder Hochschulen und stehen ihnen auch danach beratend zur Seite.
Wir bemühen uns auch, Adoptiveltern zu finden und die Kinder in neuen Familien unterzubringen. In letzter Zeit konnten 5 Kinder von guten Eltern adoptiert werden.

Was ist das Programm "Lebensmittel"?

Das Programm "Essen auf Rädern", "Familie hilft Familie " ist sehr effektiv und einmalig nicht nur für den Samariterverband Poltawa, sondern für andere Organisationen, aus mehreren Gründen:
- Oft ist es üblich, dass Lebensmittelpakete unter den hilfsbedürftigen Menschen durch politische Parteien im Rahmen ihrer Wahlkampagnen verteilt werden. Dadurch wollen sie auf ihre Partei aufmerksam machen. Diese Aktionen dauern in der Regel nicht länger als 2 Monate und werden gleich nach den Wahlen eingestellt. Die Organisation "Brücke nach Kiew" versorgt monatlich notleidende Familien und Kinder aus schwierigen Verhältnissen schon seit 5 Jahren mit Lebensmittelpaketen. Dabei werden keine politischen Ziele verfolgt, es geht nur um eins: Kindern und Familien zu helfen.
- Neben den Lebensmitteln wird außerdem an die Familien und Kinder humanitäre Hilfe geleistet- sie werden mit Kleidung, Medikamenten versorgt, für die Kinder wird Erholung im Rehabilitationslager "Kompass" organisiert;
- Für die Eltern der Kinder, die Lebensmittelpakete bekommen, werden Seminare, Trainings, Treffen und andere Veranstaltungen im Rahmen der Elternschule "Meine Familie" organisiert. Aus dem Programm "Lebensmittelpakete" (Essen auf Rädern) ist ein ganzer Komplex der öffentlichen - und Wohltätigkeitshilfe an die Kinder und Familien gewachsen.

Ein Beispiel: in den ersten Jahren der Programmumsetzung gab es bei uns ein Mädchen- Jassja Tschornij. Sie kommt aus einer kinderreichen Familie, die keine Einkünfte und keinen ständigen Wohnsitz hatte und die Eltern konnten ihre Kinder weder ernähren noch eine Ausbildung geben. Wegen ständiger Familienkonflikte kam es bei dem Mädchen zu einer schwerwiegenden Nervenkrankheit. Unsere Organisation und "Brcke nach Kiew" haben das Mädchen und ihre Familie unter Obhut genommen. Sie wurden mit Lebensmitteln, Kleidung, Medikamenten versorgt, außerdem hat man ihnen psychologische Hilfe geleistet. Zurzeit hat sich die Familiensituation normalisiert - die Freiwilligen halfen bei der Kinderbetreuung und im Haushalt. Die Eltern wurden durch Psychologen beraten und betreut. Jassja hat mehrere Therapiekurse gemacht, danach blieb sie mit ihren Geschwistern für eine längere Zeit im Kinderzentrum "Hoffnung". Heutzutage geht es dem Mädchen viel besser. Sie studiert an einer Kochfachschule und macht ihr Praktikum beim Zentrum "Hoffnung" und kocht für die Kinder im Waisenhaus.

Auf welche Weise und wie viel Kinder werden durch das Programm unterstützt?

Zurzeit werden 20 Kinder, die im Kinderheim wohnen, mit Lebensmittelpaketen versorgt. Ein Lebensmittelpaket bezahlt die Familie des Bürgermeisters. Benötigt werden 67 Lebensmittelpakete monatlich, und es gelingt nicht immer, diesen Bedarf zu decken. Zum Glück sind Unternehmer vor Ort, die uns entgegenkommen und haben eine flexible Preispolitik vorgeschlagen.

Gehen die Kinder zur Schule und wer hilft ihnen mit Hausaufgaben?

Die Kinder gehen zur Schule, die 4 km vom Kinderheim entfernt ist. Bei schlechtem Wetter werden die Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht. Mit den Kindern arbeiten Erzieher, und diejenigen, die sich auf Aufnahmeprüfungen vorbereiten, bekommen Nachhilfeunterricht. Mit den Kindern mit Sprachstörungen arbeiten Sprachheilpädagogen. Mit Hausaufgaben helfen unter anderem unsere Freiwilligen.