Entstehung der Initiative

Das Projekt entstand im September 1994 bei einem Besuch der heutigen Vorsitzenden in Kiew beim dortigen Samariter Bund der Ukraine, einer anlässlich der Städtepartnerschaft von Arbeiter-Samariter-Bund München (ASB) gegründeten Partnerorganisation.

Warten auf Lebensmittelpakete;
Die Meldung an diesem Tag in der örtlichen Presse, in der über eine beabsichtigte Verzweiflungstat einer Mutter mit sechs Kindern berichtet wurde, veranlasste das Ehepaar Hölzl, dieser Familie spontan zu helfen. Sie übernahm nach Rücksprache mit der Geschäftsführerin des Samariter Bundes Kiew (SB Kiew), Frau Swetlana Lewkowska eine Patenschaft, die vorsah, dass an die Familie monatlich für einen von ihr festgelegten Betrag Lebensmittel ausgegeben werden. Diese Aufgabe übernahm der SB Kiew.

Zurückgekehrt in München, begann Frau Hölzl für die Sache zu werben. Sie erzählte Freunden und Bekannten von der äußerst schwierigen sozialen Situation in Münchens Partnerstadt Kiew und konnte schon in kurzer Zeit einen kleinen Stamm von Paten gewinnen, die langfristige Patenschaften für notleidende Kiewer Bürger übernahmen. Sehr bald setzte sich diese Idee der direkten Hilfe durch, und die Initiative entwickelte sich schnell zu einer anerkannten Einrichtung und wurde unter dem Namen "Münchner Familien helfen Kiewer Familien" als eigenständiges Projekt beim ASB München geführt. Die Zahl der Patenschaften stieg bereits 1995 auf ca.100, hat sich bis heute auf ca. 250 erhöht, und ist auch einigermaßen stabil. Viele Familien konnten seitdem durch unsere "Anschubhilfe" aus dem Projekt aussteigen und ihr Leben selbst meistern, dafür werden neue aufgenommen. Die Aussicht, dass die Spender genau wissen, wer ihre Hilfe erhält, und die generelle Möglichkeit, mit den Empfängern persönlichen Kontakt aufzunehmen und zu pflegen, sind u.a. ein Grund, warum das Projekt in nunmehr 22 Jahren zu einer vielbeachteten und festen Einrichtung geworden ist.
Die Abwicklung erfolgt seit Beginn über den Samariter-Bund in Kiew, der dieses Projekt neben anderen Aufgaben bis heute äußerst korrekt und mit viel Engagement ermöglicht.

Bis zum 31. März 2002 hat der ASB München im Rahmen der Auslandshilfe alle Verwaltungskosten übernommen. Ab diesem Zeitpunkt hat er diesen Teil der Auslandshilfe aus seinem Programm genommen, was eine sofortige Einstellung des Hilfsprojekts bedeutet hätte. Um die Menschen in Kiew nicht im Stich zu lassen, hat die Initiatorin mit Unterstützung von engagierten Paten einen eigenständigen Verein ins Leben gerufen. Damit begann eine neues Kapitel der Hilfe, über das Sie sich im nächsten Teil "Gründung des Vereins" informieren können.

Im Jahr 2004 konnte die Initiative bereits auf 10 Jahre (Fotos: 10 Jahre Initiative) und 2014 auf 20 Jahre (Bericht und Fotos zur Veranstaltung am 18.10.2014) erfolgreiche Arbeit zurückblicken.

01.09.2019: IN EIGENER SACHE

September 2019: 25 Jahre "Kiew-Hilfe"

Im September 2019 können wir, auch ein wenig stolz, auf 25 Jahre "Kiew-Hilfe zurückblicken. Der September 1994 war für uns und für viele Kiewer Familien ein Monat, der wenig spektakulär und privat bei einem Besuch bei den Kiewer Samaritern mit einer Hilfszusage für eine Familie in Not begann, der aber nachhaltig ist und bis jetzt eine große Bedeutung erlangt hat.

Die Hilfsbereitschaft und das Mitgefühl für Menschen in der Ukraine, zuerst von Freunden in München, dann weit darüber hinaus, hat im Laufe der Jahre ein Maß angenommen, das uns nicht nur in Kiew, sondern auch hierzulande viel Respekt und Anerkennung verschafft hat. Wir haben viele Helfer und Unterstützer gefunden, die uns zu dem gemacht haben, was wir heute sind: Eine anerkannte, stabile und weithin bekannte Organisation, erst als Initiative, und ab 2002 als eigenständiger Verein "Brücke nach Kiew e.V.".

Angefangen mit der Patenschaft für eine Familie, haben wir unseren Wirkungskreis ausgeweitet, auf alte Menschen, Invaliden und vor allem auf Kinder in Not.
Pflegerin mit behindertem Kind
Betreuung durch eine Pflegerin
in der Sozialstation
Wir haben verschiedene Projekte gestartet und nach erfolgreicher Etablierung an die Stadt übergeben, wie z.B. das Straßenkinderprojekt, das Studentenprojekt, bei dem wir mittellosen Jugendlichen den Start in ein Studium ermöglichten, oder einen Teil der Familienhäuser, die dank unserer Anschubhilfe ohne unsere Unterstützung auskommen.

Das Waisenhaus in Lubny ist dank unserer, und besonders Dank großartiger Unterstützung der Itzel-Stiftung seit 2007 ein sicherer und schöner Ort für Kinder. Ein besonderes und wichtiges Projekt ist die "Trauma-Hilfe Lubny", schwer traumatisierte Kinder, die im Heim ein neues Zuhause gefunden haben, werden von geschulten Pschychologen betreut.

Vorsitzende E. Hölzl mit Kleinkind in Vorzel
Die Vorsitzende mit einem
Kleinkind im Waisenhaus Vorzel
Die Kinder im Waisenhaus Vorzel erhalten mit Förderung von Sternstunden e.V. seit Jahren gesunde und wichtige Milchprodukte.

Wir haben das Sozialzentrum für behinderte Kinder "Das besondere Kind" als ein wichtiges und ständiges Projekt mitgegründet und finanzieren seit 2009 das Essen und alle wichtigen Dinge für einen reibungslosen Betrieb, außerdem versorgen wir die Kinder in der Station "Verlassene Kinder" im Kinderkrankenhaus mit Essen und Hygienemittel.

Ganz besonders möchte ich erwähnen, dass Sternstunden e.V. im Kinderkrankenhaus Nr. 1 die Renovierung von Aufenthaltsräumen für die Kinder und eines Hygieneraums, und auch für die behinderten Kinder der Sozialstation einen behindertengerechten Spielplatz finanziert hat.

Unser besonderes Augenmerk gilt aber den alten Menschen, die von ihren minimalen Renten ohne Hilfe nicht überleben könnten, mit monatlichen Lebensmittelpaketen, Hygienemitteln und Medikamenten erleichtern wir ihnen den Alltag.

Neu hinzugekommen ist unser Einsatz für binnenvertriebene Familien und Kinder aus der Ostukraine, die ohne jegliche Versorgung große Not leiden. Wir helfen mit Lebensmitteln, Kleidung und Hygieneartikel.

Dank Sternstunden e.V. und der Itzel-Stiftung konnten wir dazu beitragen, dass der Samariter-Bund Kiew ein neues und einzigartiges Projekt, die "Ambulante palliative Pflege für Kinder" realisieren konnte und mit Erfolg durchführt.

Es ist schwierig und nahezu unmöglich, alle Aktivitäten und Notfallhilfen aufzuzählen, die wir mit Spenden im Laufe von 25 Jahren finanzieren konnten, die aber für die jeweiligen Personen überlebenswichtig waren und sind.
Ich möchte allen Spendern und Helfern, die uns durch 25 Jahre getragen haben, von ganzem Herzen danken. Für ihr Vertrauen, ihre Beständigkeit und Bereitschaft, Menschen zu helfen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen.

Dem Team des Samariter-Bundes Kiew unter der Leitung der Geschäftsführerin Janina Lewkowska sowie ihrer Vorgängerin Swetlana Lewkowska danke ich für die großartige und fruchtbare Zusammenarbeit und für seinen unermüdlichen Einsatz in schwierigen Zeiten.


München im September 2019


Elisabeth Hölzl
1. Vorsitzende