Sehr geehrte Paten und Mitglieder,

hier bringen wir Ihnen einen Brief (die Übersetzung) anläßlich Ostern 2011 zur Kenntnis, der nicht nur die Dankbarkeit dieser Familie zum Ausdruck bringt, sondern Ihnen auch zeigt, dass die Familienhäuser sich den Gegebenheiten anpassen und sich weiterentwickeln. Die Familie hat den Brief stellvertretend für alle Paten an die Vorsitzende gerichtet. Wir hoffen, dass er Interesse findet:

"Liebe Frau Elisabeth,

wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein frohes und gesegnetes Osterfest!

Wir sind sehr bewegt von Ihrer Unterstützung, die Sie für meine Familie schon mehrere Jahre organisieren. Diese Hilfe ist für uns sehr bedeutend und wir schätzen sehr Ihre Anteilnahme, besonders mit Rücksicht auf eine schwierige wirtschaftliche Situation auch in Ihrem Lande. Wir bedanken uns bei Ihnen herzlich für Ihr Engagement und Ihre Gutherzigkeit.
Ihre Unterstützung lässt uns mit etwas Zuversicht in die Zukunft blicken. Wegen dieser ständigen Preiserhöhungen fühle ich mich manchmal machtlos (außer den Lebensmitteln muss man den Kindern viel anderes kaufen). Oft war es zum Glück so, dass unsere Verzweiflung durch einen Anruf vom Samariterbund unterbrochen wurde: "Sie können bei uns vorbeikommen, es sind Geschenke für Sie angekommen."
Barmherzigkeit ist heutzutage ein großes Defizit.

Liebe Elisabeth, wir wissen Ihre persönliche Barmherzigkeit zu schätzen und sind Ihnen sehr dankbar dafür.
Mein Mann Sascha und ich erinnern uns gut an den Tag, als wir Pflegefamilie geworden sind. Wir haben Sie, unsere Pateneltern und die Kiewer Samariter kennengelernt und schon seit 7 Jahren pflegen wir gute Kontakte.

Im Laufe dieser Zeit haben bestimmte Änderungen stattgefunden: aus der Pflegefamilie ist ein Kinderheim geworden. Es haben schon viele Kinder Zuflucht in unserer Familie gefunden - manche für kürzere Zeit, manche bleiben länger.

Zur Zeit besteht unsere Familie aus Dascha (13), Dima (14), Walik (14),Alina (14), Artjom (9), Lida (11), Denis (18), Sascha (20), Wowa (11) und Ljoscha (9). Die ältere Dascha hat vor kurzem geheiratet und ist zu ihrem Mann gezogen. Aber wir bleiben mit ihr im Kontakt.
In diesem Jahr müssen zwei weitere Kinder unsere Familie verlassen: Sascha und Denis. Sascha ist im Juni mit seinem Studium am College für Automobiltechnik fertig. Wir sind wegen der Kinder besorgt, weil noch einige soziale Fragen nicht geregelt sind. Wir müssen Sascha helfen, einen Job und eine Wohnung zu finden und ihn bei den ersten Schritten im selbständigen Leben unterstützen.
Kolja hat eine gute Pflegefamilie gefunden. Es sind gläubige Menschen, die sich um ihn kümmern. Er kommt gerne zu uns in den Ferien und bleibt in gutem Kontakt mit unseren Kindern. Es freut uns sehr zu beobachten, wie die Kinder selbstsicherer werden, lernen mit anderen Menschen zu kommunizieren, sowie sozialisiert werden. Kolja studiert derzeit an der Fachschule für Bauwesen in Mariupol (da lebt die Pflegefamilie). Wir freuen uns sehr über ihn.

Vor kurzem haben wir zwei Brüder in die Familie aufgenommen: Alexej (9) und Wladimir (11). Diese Kinder brauchen viel Aufmerksamkeit - Alexej hat große gesundheitliche Probleme, und die Beiden haben Sehprobleme. Sie sind etwas rückständig in der körperlichen Entwicklung, aber in der Schule sind die beiden ziemlich gut. Die Lehrer sind mit ihnen zufrieden. Wir wissen über diese Kinder nicht besonders viel. Sie haben keine Verwandten, ihre Mutter ist drogenabhängig und niemand weiß, wo sie ist. Der Vater ist an Überdosis gestorben. Die beiden Brüder haben einen erfinderischen Geist und basteln gerne. Aus einfachen Dingen können sie Spielzeuge zusammenbasteln.

Liebe Elisabeth, wir freuen uns über unsere Zusammenarbeit. Es gibt noch Vieles zu berichten, aber leider habe ich nicht so viel Zeit wegen alltäglicher hauswirtschaftlicher Sorgen. Ich erinnere mich an Sie oft mit Dankbarkeit. Die Hilfe von Ihnen ist für uns sehr spürbar. Ich bedanke mich bei allen Paten dafür, dass sie die Möglichkeit finden, uns weiter zu unterstützen.

Wir wünschen Ihnen und allen Pateneltern ein fröhliches Osterfest! Es möge der Gott Sie behüten, sowie Liebe und Freude schenken!
Wir schätzen sehr ihr Verständnis für die Not anderer Menschen.

Seien Sie glücklich!
Wir lieben Sie!

Mit besten Grüßen Ostern 2011
Familie Dizul"